Trotz Trennung gute Eltern bleiben

Dorothee Ellerbrake

Trotz Trennung gute Eltern bleiben

Die Zeiten, in denen eine Ehe bis ans Lebensende Bestand haben muss, sind vorbei. Wir leben in einer anderen, schnelleren Zeit, Trennungen sind weit verbreitet. Heutzutage ist es in Ordnung, andere Wege einzuschlagen. Wir dürfen mutiger sein und müssen nicht in einer Beziehung bleichen, die eigentlich keinen Sinn mehr hat. Schwieriger wird es allerdings, wenn Kinder mit im Spiel sind. Aber eine Trennung oder Scheidung muss nicht gleich das Aus für die Familienbeziehung bedeuten.

Hier ist es enorm wichtig, die negativen Gefühle so wenig wie möglich an den Kindern auszulassen, auch wenn sie individuell verständlich sind. Kinder sind sehr sensibel und haben ein Gespür dafür, wenn in der Beziehung der Eltern etwas nicht stimmt – und das ist ganz unabhängig vom Alter. Oft malen sie sich die Situation schlimmer aus, als sie eigentlich ist. Eine große Rolle spielt dabei die Angst, einen Elternteil durch die Trennung zu verlieren. Da hilft es, offen und ehrlich mit den Kindern zu sprechen und sie altersgemäß über die Situation aufzuklären. Kinder fühlten sich oft schuldig an der Trennung, daher ist es enorm wichtig, ihnen klarzumachen, dass sie keine Schuld trifft. Geben Sie Ihren Kindern die Möglichkeit, aus der stressbehafteten Situation etwas herauszukommen und arrangieren Sie beispielsweise ein Wochenende bei den Großeltern oder einen Ausflug mit Freunden.

 

Für Kinder ist es in dieser Situation wichtig, dass Sie als Eltern weiterhin so präsent wie möglich sind. Ihr Kind braucht für seine weitere Entwicklung und seine psychische Stabilität möglichst beide Elternteile. Es hilft nichts, wenn Sie vor Ihrem Kind über den Ex-Partner*in sprechen oder diesen schlechtmachen. Denken Sie an Ihre Kinder – deren Wohl sollte oberste Priorität haben und über den negativen Gefühlen stehen. Auch wenn das eine enorme Anstrengung bedeutet.

 

Eine Herausforderung kann es sein, wenn ein neuer Partner*in hinzukommt. Es ist zu empfehlen, den neuen Lebenspartner*in erst dann vorzustellen, wenn es wirklich „ernst“ zwischen ist. Geben Sie Ihren Kindern Zeit und haben Sie Verständnis dafür, dass es ihrerseits einiges an Vertrauen erfordert, um sich an eine neue Frau oder einen neuen Mann zu gewöhnen. Schnell entwickeln Kinder das Gefühl, dass Sie mit dem neuen Partner*in den anderen Elternteil ersetzen wollen. Machen Sie deutlich, dass diese*r nicht die Rolle des Vaters oder der Mutter einnehmen wird, sondern viel mehr eine zusätzliche Stütze ist.

 

Hier nochmal die Tipps zusammengefasst, wie eine Trennung mit möglichst wenig Konflikten klappen kann:

 

-         Klären Sie zunächst als Eltern, wie Sie sich die Situation (z. B. die Wohnsituation oder den Umgang) nach der Trennung vorstellen. Sprechen Sie erst dann gemeinsam mit Ihren Kindern.

 

-         Versuchen Sie nach wie vor, zeitlich und emotional für Ihr Kind da zu sein.

 

-         Tragen Sie (weiterhin bestehende) Konflikte nicht vor den Kindern aus.

 

-         Suchen Sie die direkte Kommunikation und benutzen Sie Ihre Kinder nicht als Sprachrohr.

 

-         Stellen Sie einen neuen Partner erst dann vor, wenn es Ihnen Ernst ist. 

 

 

Gerne unterstütze ich Sie, individuelle und familiäre Herausforderungen zu meistern. Schreiben Sie mir gerne eine Nachricht info@familienberatung-ellerbrake.de


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